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Das Vittoriale degli Italiani

Das Vittoriale degli Italiani

Der italienische Schriftsteller Gabriele D'Annunzio (1863 - 1938) setzte sich am Westufer des Gardasees ein eigenes Denkmal: Mit dem Vittoriale degli Italiani schuf der exzentrische und umstrittene Meister ein Anwesen, das seinesgleichen sucht. Eine Parkanlage von üppiger Pracht und eine opulente Villa voller Sammlerstücke.

Attraktion an der Zitronenriviera
Gabriele D'Annunzio, ein Verehrer des Faschisten Mussolini, verstand sein Anwesen oberhalb des mondänen Kurorts Gardone Riviera als "Vermächtnis an die Italiener". Ursprünglich befand sich an derselben Stelle die Villa Cargnacco - sie gehörte dem deutschen Kunsthistoriker Henry Thode. Diesen enteignete 1920 der italienische Staat und übergab das Areal als Schenkung an Gabriele D'Annunzio.

​Der Architekt Giancarlo Maroni (1893–1952) stand D'Annunzio ab 1921 zur Seite, um das neun Hektar große Areal nach D'Annunzios Wünschen umzugestalten: Als einen Ort für exzentrische Feste mit überbordendem Dekor. Hoch über dem Gardasee entdeckt der Besucher nebst herrlichen Aussichtsterrassen ein Amphitheater nach antikem Vorbild und das Mausoleum. Besonders kurios: In den Garten hineingebaut befindet sich ein altes Kriegsschiff. Nicht weniger abenteuerlich klingt die Geschichte, wie das Schiff an diese Stelle kam: Die italienische Marine hatte den gepanzerten Kreuzer 1923 D'Annunzio geschenkt und auf 20 Eisenbahnwaggons verteilt nach Gardone transportiert. Wie es auf den Hügel gekommen und zusammengebaut wurde - man braucht viel Phantasie, um sich die Abläufe vorzustellen!

Eines der wichtigsten Museen Italiens
Das Vittoriale degli Italiani zählt mit jährlich etwa 300.000 Besuchern zu den am meist besuchten Museen Italiens. Bereits vor seinem Tod 1938 vermachte der Dichter, Bohemien, Frauenheld und Fantast sein Anwesen dem italienischen Volk. Warum übt das Vittoriale eine derartige Sogwirkung auf Besucher aus aller Welt aus? War es die exzentrische Lebensweise, seine umstrittene politische Haltung, das ausgeprägte Nationalgefühl? Sicherlich - aber nicht nur. Denn der Künstler, der im ersten Weltkrieg ein Auge verlor, Kriegsdevotionalien sammelte und selbst in seinem hauseigenen Kinosaal einen von ihm gesteuerten Doppeldecker aufhängen ließ, war auch ein Freigeist und Abenteurer - trotz aller Einwände, die man berechtigterweise anführen kann.

Wer heute die Villa durchmisst oder auf Entdeckungstour durch den Park geht, staunt freilich auch über die traumhaften Ausblicke auf den Gardasee. Und wo findet sich ein durch südliche Vegetation eingewuchertes Kriegsschiff sonst noch auf der Welt - zumal in derart betörender Lage? Im hauseigenen Archiv und der Bibliothek finden sich tausende Bücher, Schriften, Filmrollen und Fotos.



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