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Die Kirche Sant'Andrea in Maderno

Die Kirche Sant'Andrea in Maderno

Die Geschichte der am Westufer gelegenen und knapp 8.000 Einwohner zählenden Gemeinde Toscolano-Maderno geht bis in das Mittelalter zurück. Ein Vertreter dieser Epoche ist die aus dem 12. Jahrhundert stammende Pfarrkirche Sant'Andra im Ortsteil Maderno. Sie ist zugleich auch das älteste Gebäude der Gemeinde. Die umgebende moderne Bebauung macht auf den Betrachter den Eindruck, als würde sie die Kirche quasi erdrücken. Dabei gehört Sant'Andra heute zu den bedeutendsten Beispielen des romanisch-lombardischen Baustils Norditaliens. Vermutlich wurde die Kirche auf Resten eines ursprünglich hier stehenden Gebäudes errichtet. Darauf scheinen jedenfalls die Spuren am Mauerwerk, die sich im Bereich der Altarnische befinden, hinzuweisen. Im Laufe der Jahrhunderte erfuhr die Kirche zahlreiche Umbaumaßnahmen, um sie den liturgischen Maßstäben der jeweiligen Epochen entsprechend anzupassen. So stammt beispielsweise der weitsichtbare Kirchturm aus dem Jahr 1469.

Die äußere Fassade wurde äußerst kunstfertig aus einem Konglomerat von Steinen und vielfarbigen Marmor erbaut, die ihr eine gewisse Helligkeit und Bewegung verleiht. Zusätzlich belebend wirken die angebrachten Zierfliesen und die gemeißelten, unheilabwehrenden, grimassenhaften Kopfelemente. Das Portal der Kirche ist reich mit Intarsien versehen. Darüber ist ein Lünettenbild mit der Darstellung der Jungfrau Maria mit dem Jesukind erkennbar.

Der dreischiffige Innenraum wird durch Pfeiler mit einer vierlappigen Basis unterteilt, deren Kapitelle eine große Fülle von typisch romanischen Ziermotiven aufweisen und somit auch zu den internen künstlerisch bedeutendsten Bauelementen gehören. Die mit einem Kreuzgewölbe versehenen Decken der einzelnen Schiffe, sowie das Kuppelgewölbe über dem Hochaltarraum, wurden erst gegen Ende des 15. Jahrhundert ausgeführt. Ebenso beeindruckend ist die oratoriumförmige Krypta, in der einst die Reliquie des Sant'Ercolano aufbewahrt wurde. Im Jahr 1580 wurde die Krypta auf Anordnung des Kardinals Borromeo geschlossen und erst wieder 1962 geöffnet. Die Reliquie selbst wurde 1825 in die neue Pfarrkirche überführt. Nur der Sarkophag verblieb in der Kirche Sant'Andra.

​Sowohl die drei Kirchenschiffe als auch der Hochaltarraums wurden im 15. Jahrhundert mit Fresken verziert, von denen heute lediglich einige Fragmente noch zu erkennen sind. Des Weiteren wird in der Kirche eine Reproduktion vom Martyrium des Heiligen Lorenz aufbewahrt. Weitere Altarbilder zeigen die Heiligen Philipp Neri und Karl Borromäus. Diese und weitere Gemälde stammen von den Künstlern Bertanza, Paolo Veronese sowie vom berühmten venezianischen Maler Andrea Celesti.



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