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Limonaia La Malora in Gargnano - Eine schöne Aussicht

Limonaia La Malora in Gargnano - Eine schöne Aussicht

Der Limonen- und Zitronenanbau galt lange Zeit als die wichtigste Einnahmequelle entlang des westlichen Küstenstreifens des Gardasees, der sogenannten Limonenküste oder auch Riviera dei Limoni. Einst führten die Franziskanermönche im 13. Jahrhundert diese Früchte ein, die hier angesichts des günstigen Klimas prächtig gediehen. Allein in der kleinen Ortschaft Gargnano standen bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts noch 450 Zitronengewächshäuser. Exportiert wurden die Früchte in alle Herrenländer, selbst der russische Zarenhof gehörte einstmals zum erlesenen Kundenkreis. Aber auch die europäischen Juden bevorzugten die dickschaligen Zitronatzitrone, die zum Höhepunkt des Laubhüttenfests verwendet wurden.

Eine sogenannte Limonaie erkennt der Besucher an den typischen Stelzenbauten sowie an die Mauer, die diese umgibt. Zwar sind diese Bauten heute noch vielfach am Gardasee anzutreffen, allerdings befindet sich nur noch eine davon im Originalzustand. Die Wurzeln der antiken Zitronenplantage "La Malora" gehen auf das 16. Jahrhundert zurück und sie weisen noch die einzigartigen baulichen Strukturen jener Zeit auf. Besonders deutlich wird dies, wenn der Besucher sie mit jenen in der umgebenen Nachbarschaft vergleicht. Entweder liegen die dortigen Plantagen schon seit vielen Jahren brach oder sie werden für profanere Zwecke genutzt wie etwa als Wohnraum oder Garten. Die "La Malora" ist hingegen nach wie vor im Einsatz. Und jeder, der sich für die alte und auch beschwerliche Anbauweise der Zitronen und Limonen interessiert, kann die perfekt restaurierte Limonaie besichtigen.

Wie bei allen alten und fast vergessenen Handwerkskünsten und Produktionsweisen, muss es auch hier Leute geben, die "verrückt" genug sind, diese weiterhin am Leben zu halten. Im Falle der Limonaie "La Malora" sind dies zum einen ihr gegenwärtige Besitzer Giuseppe Gandossi und sein Sohn Fabio. Seit über 30 Jahren hegen und pflegen sie ihre Plantage. Ein besonders Augenmerk gilt es darauf zu richten, dass die empfindlichen Pflanzen vor den kalten Temperaturen während der Winterzeit richtig geschützt sind. Denn ein Ernteausfall durch erfrorene Pflanzen kam in der Vergangenheit einer absoluten Katastrophe gleich. Oft war der Zitronen- und Limonenanbau die einzige Einnahmequelle einer ganzen Familie. Darüber hinaus fiel der Broterwerb auch für jene Leute weg, welche die schweren Zitronenkörbe von den Steilhängen zu den Häfen des Seeufers schleppten.

Neben den erforderlichen Gerätschaften und Werkzeugen sind es auch diese Geschichten, die Giuseppe zu erzählen weiß. Neben der schönen Aussicht des Anwesens, bieten die Gandossis verschiedene Touren durch ihre Plantage an, die sich zum einen nach dem Alter und dem vorhandenen Interesse der Besucher richten. Die Besichtigungen, welche durch die Gandossis in Eigenregie organisiert werden, können zur jeder Jahreszeit erfolgen. Wie an vielen Orten am Gardasee kommt auch hier das Kulinarische nicht zu kurz. Denn der krönende Abschluss einer Besichtigung ist die Verköstigung des selbst gemachten Zitronenlikörs. Und wer möchte, der kann gegen Entrichtung eines kleinen Obolus noch die wilde Kapern kaufen, die an den Mauern des Zitronengartens wachsen. Die Anmeldung sowie weitere Informationen sind telefonisch bei Fabio Gandossi zu erfragen.



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