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Das Museum der Papiermühlen

Das Museum der Papiermühlen

Unterhalb des 1581 Meter höchsten Berges dieser Region, liegt das Tal der Papiermühlen. Ein grüner Naturwall beherbergt die Region, der schließlich mit seiner Einkerbung den Durchfluss des Baches aus dem Valle delle Cartiere ermöglicht. An der Brücke von Toscolano-Maderno führt der Weg nach rechts auf dem gut ausgeschilderten Weg in das Valle delle Cartiere. Weiter geht eine Straße direkt ins Tal und dort befindet sich eine Industrie-Ruine, die mit ihren weiß getünchten Wänden eines ehemaligen Wasserkraftwerkes an die Vergangenheit der Papiermühlen erinnert. Hier berichten einige Schilder über die Geschichte des Tales und seiner Papiermühlen.

Seit dem Jahre 1381 wurde in diesem Tal Papier hergestellt und dabei die Kraft des Wildbachs Toscolano genutzt. Im Wasser des Baches wurden die Lumpen eingeweicht und die Kraft des Wassers zum Antrieb der Maschinen genutzt. Das Papier hatte seinerzeit eine hohe Qualität und wurde aus diesem Grund zum Zentrum der Papierherstellung der Republik Venedig. Nach alten Berichten soll es im Tal etwa 60 Papierfabriken gegeben haben. Als im Jahre 1630 die Pest ausbrach, starben viele Bewohner und die Papierherstellung kam zum Erliegen und konnte sich nur langsam erholen. Durch die folgende Industrialisierung verlor die Papierproduktion an Bedeutung und im Jahre 1962 schloss die letzte Papierfabrik in Valle delle Cariere ihre Pforten.

Der Besuch des Museums ist lohnenswert und dieses ist im Gebäude einer ehemaligen Papierfabrik eingerichtet. Hier sind originale und nachgebaute Maschinen zur Papierherstellung beheimatet und Fotos, Videos und einige Tafeln erklären die verschiedenen Sachverhalte. Der Besucher bekommt unweigerlich einen kleinen Einblick in die damaligen Bedingungen, unter denen die Menschen arbeiten mussten und unter Hitze, Gestank und Lärm ihr Brot verdienten. Weiter wird geschildert, wie viele Arbeitsschritte notwendig sind, um ein einziges Blatt des damals sehr wertvollen Büttenpapiers herzustellen. Nach der ausführlichen Besichtigung des Museums ist der schön angelegte Garten zum Ausruhen geeignet. Dem Museum angeschlossen ist ein netter kleiner Imbiss, der zur Einkehr einlädt.

Dieses Tal der Papiermühlen zu durchwandern ist die beste Möglichkeit, weitere Erkenntnisse über die Geschichte des Papiers zu gewinnen. Im weiteren Verlauf befinden sich die Reste der Fabrik Maina Superiore. Auf dem weiteren Weg durch dieses Tal begegnen dem Wanderer alte, verfallene Fabriken, die mit ihren Mauerresten und dicken Feldsteinen, eher an eine antike Ausgrabungsstätte, als an eine alte Fabrik erinnern. Es entsteht bei intensiver Betrachtung der Eindruck, dass in dem Tal der Papiermühlen Fabriken dicht an dicht standen.



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